2008, als diese Liste erstellt wurde, war der CMS-Markt (Content Management Systems) der Wilde Westen. WordPress wurde hauptsächlich als Blogging-Plattform wahrgenommen, und Systeme, deren Namen du heute wahrscheinlich nicht mal kennst, kämpften um die Vorherrschaft.
Die originale Liste empfahl: Frog CMS, SilverStripe, Liferay, miaCMS, MoinMoin, ImpressCMS, MODx, Textpattern, Radiant, CMS Made Simple.
Schauen wir, was mit diesen WordPress-”Konkurrenten” über die Jahre passiert ist. Eine faszinierende Lektion über Open-Source und Technologie-Evolution.
Große Verlierer und Nischen
- Textpattern: Einst geliebt von Minimalisten und Designern für sauberen Code. Existiert noch, hat eine kleine, treue Community, aber der Marktanteil ist ein statistischer Fehler.
- MODx: Hatte seine 5 Minuten als “CMS für Entwickler”, bot volle Freiheit in der HTML-Struktur. Lebt noch (MODX Revolution), aber verlor gegen WordPress’ Benutzerfreundlichkeit und Headless CMS Flexibilität.
- Liferay: Interessanter Fall. Verschwand nicht, ging aber voll ins Enterprise. Heute eine mächtige Portal-Plattform (Java) für Banken und Konzerne, komplett unzugänglich für Durchschnittsnutzer.
Warum Hat WordPress Gewonnen?
2008 beschwerten wir uns über das Fehlen eines “zuverlässigen WordPress” in “Top 10 CMS” Listen. Heute betreibt WordPress über 43% des gesamten Internets. Was entschied?
- Ökosystem: Plugins und Themes. Wir kritisieren ihre Qualität, aber sie erlaubten Amateuren, professionelle Seiten zu bauen.
- Rückwärtskompatibilität: WordPress von 2025 wird (theoretisch) immer noch ein Theme von 2010 ausführen. Andere Systeme (wie Drupal oder Joomla) brachen oft die Kompatibilität bei großen Versionen, zwangen Nutzer zu teuren Migrationen.
- Community: WordCamps, Meetups, Foren. Menschen haben WPs Erfolg gebaut.
Die 2025 Landschaft
Heute würde eine “10 Kostenlose CMS” Liste anders aussehen. Neben dem unsterblichen WordPress, würden wir sehen:
- Static Site Generators (SSG): Astro (die diese Seite antreibt!), Hugo, Jekyll.
- Headless CMS: Strapi, Ghost.
- Website Builder: Wix, Squarespace (obwohl diese nicht komplett “kostenlos” und Open Source sind).
Was ist das beste kostenlose CMS 2026?
Für die meisten Websites ist das beste kostenlose CMS 2026 weiterhin WordPress (GPL), aber die richtige kostenlose Wahl hängt davon ab, wer die Inhalte pflegt und wie sie ausgeliefert werden. Unter den heute führenden Systemen sind nur Sanity und Contentful proprietäre SaaS-Dienste mit begrenztem Gratis-Tarif; die übrigen lassen sich ohne Lizenzkosten selbst hosten. Die meisten davon sind Open Source unter GPL oder MIT, während Directus quelloffen verfügbar unter der BSL steht (jede Version wechselt drei Jahre später zu GPL). Die eigentliche Entscheidung betrifft also das Redaktionsmodell und den Stack, nicht die Lizenzkosten.
Nichttechnische Redakteure, allgemeine Websites, E-Commerce: WordPress (GPL). Es vereint das größte Plugin-Ökosystem und WooCommerce, und unter den kostenlosen Optionen ist es dasjenige, das eine Person ohne Entwicklerhintergrund am ehesten von Anfang bis Ende ohne Code betreibt. Ghost, Joomla und Drupal bieten ebenfalls redaktionsfreundliche Oberflächen, aber keines verbindet dies mit einem vergleichbaren Plugin- und E-Commerce-Ökosystem.
Newsletter, Mitgliedschaften, unabhängige Publisher: Ghost (MIT), mit integriertem E-Mail-Versand und Stripe-Mitgliedschaften.
Behörden, komplexe Inhaltsmodellierung, strenge Barrierefreiheit: Drupal (GPL), dessen feingranulare Rechte und WCAG-2.2-Konformität nativ und nicht Plugin-abhängig sind.
Nativ mehrsprachige Community-Websites: Joomla (GPL), das mehrere Sprachen ohne Erweiterungen verwaltet.
Ist Ihr Inhalt API-first oder entwicklergesteuert, verschiebt sich die kostenlose Wahl zu einer Headless-Option oder Astro (siehe unten).
Welches Open-Source-CMS ist das beste für Entwickler?
Für Entwickler hängt das beste Open-Source-CMS 2026 vom Stack ab: Payload für TypeScript- und Next.js-Teams, Strapi für Framework-unabhängige Node-Projekte und Astro Content Collections für Git-verwaltete statische Inhalte. Alle drei sind kostenlos und Open Source (MIT), es geht also um die Art, wie Sie das Frontend bauen, nicht um den Preis.
Payload (MIT, TypeScript) passt am besten, wenn Sie bereits auf Next.js setzen. Inhaltstypen als Konfiguration erzeugen API, Admin-Oberfläche und durchgängige Typen aus denselben TypeScript-Dateien, und Payload kann innerhalb des Next.js-Serverprozesses laufen. Der Kompromiss ist ein jüngeres Plugin-Ökosystem und ein auf Next.js ausgerichtetes Design.
Strapi (MIT, Node.js) ist die sicherere Wahl, wenn Ihr Frontend nicht Next.js ist. Es generiert REST und GraphQL automatisch aus Inhaltstypen, hat die größere Community und einen Plugin-Marktplatz und lässt sich für Datensouveränität selbst hosten. Für kleine Seiten ist es schwerer als Payload.
Directus (BSL, wechselt nach drei Jahren zu GPL) gewinnt, wenn Sie bereits eine SQL-Datenbank haben und eine Admin- und API-Schicht darüber wollen statt eines Inhaltsmodells von Grund auf. Astro Content Collections (MIT) ist die Wahl, wenn Entwickler die Inhalte per Git verwalten und Zero-JS-Performance wollen, um den Preis einer fehlenden visuellen Oberfläche für nichttechnische Redakteure. Für eine rein quelloffene Headless-API-Schicht sind Strapi und Payload die beiden ersten Kandidaten.
Entdecken Sie unsere professionelle WordPress-Entwicklung um Ihr Projekt voranzubringen.






