Widerrufsbutton im Onlineshop: was § 356a BGB verlangt und wie Sie ihn umsetzen

Widerrufsbutton im Onlineshop: was § 356a BGB verlangt und wie Sie ihn umsetzen

Zuletzt überprüft: 24. Oktober 2026
13 Min. Lesezeit
Leitfaden
WooCommerce-Experte

Wer in Deutschland online an Verbraucher verkauft, muss eine elektronische Widerrufsfunktion anbieten. Grundlage ist § 356a BGB, der Art. 11a der Verbraucherrechte-Richtlinie 2011/83/EU umsetzt; diesen Artikel hat die Richtlinie (EU) 2023/2673 eingefügt und ab dem 19. Juni 2026 für anwendbar erklärt. Der Paragraf schreibt zwei Beschriftungen vor, einen getrennten Bestätigungsschritt und eine Eingangsbestätigung mit Datum und Uhrzeit. Dieser Beitrag geht § 356a BGB Absatz für Absatz durch, zeigt, wo die Musterbelehrung und Art. 246e EGBGB ins Spiel kommen, und beschreibt die Umsetzung in WooCommerce, Shopify und in einem eigenen Shop-Backend.

Der Beitrag beschreibt den Gesetzestext und den Stand am Tag der Veröffentlichung. Er ersetzt keine Rechtsberatung für Ihren konkreten Shop.

#Was ist der Widerrufsbutton nach § 356a BGB

Die Richtlinie (EU) 2023/2673 vom 22. November 2023 (EUR-Lex) regelt vor allem Finanzdienstleistungen im Fernabsatz. Deshalb haben viele Shopbetreiber sie übersehen. Ihr Art. 1 Nr. 3 fügt in die allgemeine Verbraucherrechte-Richtlinie aber einen Art. 11a ein, der für alle Fernabsatzverträge über eine Online-Benutzeroberfläche gilt, bei denen ein Widerrufsrecht besteht. Erwägungsgrund 37 begründet das so: Verbraucher sollen einen Vertrag genauso leicht widerrufen können, wie sie ihn geschlossen haben.

Die Mitgliedstaaten mussten die Umsetzung bis zum 19. Dezember 2025 erlassen und ab dem 19. Juni 2026 anwenden (Art. 2 Abs. 1 der Richtlinie). Deutschland hat das mit dem neuen § 356a BGB getan, Überschrift “Elektronische Widerrufsfunktion bei Fernabsatzverträgen”. Seit wann genau der Paragraf in Kraft ist, ergibt sich aus dem Änderungsgesetz, das wir für diesen Beitrag nicht ausgewertet haben; im aktuellen Text auf gesetze-im-internet.de steht er.

Im Handel heißt das Ganze meist “Widerrufsbutton”, in Anlehnung an den Kündigungsbutton aus § 312k BGB. Das Gesetz spricht von einer Funktion: Button, Link oder anderes Bedienelement, solange die Beschriftung stimmt.

#Welche Anforderungen stellt § 356a BGB im Einzelnen

Der Paragraf hat fünf Absätze. Hier jeweils der Wortlaut in Kurzform und was er im Shop bedeutet:

AbsatzAnforderungUmsetzung im Shop
Abs. 1 S. 2Beschriftung gut lesbar mit „Vertrag widerrufen“ oder einer anderen gleichbedeutenden eindeutigen FormulierungButton oder Link mit diesem Text, nicht “Service” oder “Retouren”
Abs. 1 S. 3Während der Widerrufsfrist ständig verfügbar, hervorgehoben platziert, leicht zugänglichsichtbar ab Bestellung bis Fristende, nicht nur in den AGB
Abs. 2Übermittlung der Erklärung mit Namen, Angaben zum Vertrag oder zum Teil des Vertrags, Angaben zum elektronischen Kommunikationsmittel für die BestätigungFormular mit Bestellnummer, Positionsauswahl und E-Mail-Adresse
Abs. 3Bestätigungsfunktion, gut lesbar beschriftet mit „Widerruf bestätigen“ oder gleichbedeutend eindeutigzweiter Schritt mit eigenem Button, vorher wird nichts übermittelt
Abs. 4Unverzüglich Eingangsbestätigung auf dauerhaftem Datenträger, mindestens mit Inhalt der Erklärung sowie Datum und Uhrzeit des Eingangsautomatische E-Mail mit dem vollen Erklärungstext und Zeitstempel
Abs. 5Widerruf gilt als fristgerecht zugegangen, wenn er vor Fristablauf über die Funktion versandt wurdemaßgeblich ist der Klick, nicht die Bearbeitung durch den Kundenservice

Zwei Unterschiede zur Richtlinie lohnen einen zweiten Blick. Die Richtlinie verlangt für den Bestätigungsbutton eine Beschriftung “only” mit den Worten “confirm withdrawal”; § 356a Abs. 3 BGB formuliert ohne “ausschließlich”, der deutsche Kündigungsbutton in § 312k BGB dagegen mit “nichts anderem als”. Ein Zusatz wie “Widerruf bestätigen und Gutschein sichern” ist trotzdem keine gute Idee, weil er die Eindeutigkeit angreift. Und § 356a Abs. 2 Nr. 2 BGB nennt ausdrücklich den “Teil des Vertrags”, während die Richtlinie den Teilwiderruf nur im Erwägungsgrund als Möglichkeit erwähnt.

Erwägungsgrund 37 liefert weitere Auslegungshilfen. Verbraucher sollen keine zusätzlichen Schritte gehen müssen, um die Funktion zu finden, etwa eine App herunterladen, wenn der Vertrag nicht in dieser App geschlossen wurde. Der Unternehmer kann per Hyperlink zur Funktion führen. Wer bereits eingeloggt ist, soll sich nicht erneut identifizieren müssen. Der Bestätigungsschritt soll versehentliche Widerrufe verhindern.

#Was muss in der Widerrufsbelehrung stehen

§ 356a BGB kommt nicht allein. Art. 246a § 1 Abs. 2 Satz 1 Nr. 1 EGBGB verlangt in der vorvertraglichen Information jetzt auch “gegebenenfalls” Angaben über das Bestehen und die Platzierung der Widerrufsfunktion nach § 356a BGB. Die Muster-Widerrufsbelehrung in Anlage 1 zum EGBGB hat dafür einen Gestaltungshinweis bekommen. Wer zur Funktion verpflichtet ist, fügt ein:

„Sie können Ihr Widerrufsrecht auch online unter … [Internetadresse oder anderen geeigneten Hinweis darüber eingeben, wo die Widerrufsfunktion verfügbar ist] ausüben. Wenn Sie diese Online-Funktion nutzen, übermitteln wir Ihnen auf einem dauerhaften Datenträger (z. B. durch eine E-Mail) unverzüglich eine Eingangsbestätigung mit Informationen zum Inhalt der Widerrufserklärung sowie dem Datum und der Uhrzeit ihres Eingangs.“

(Anlage 1 zu Art. 246a § 1 Abs. 2 Satz 2 EGBGB, gesetze-im-internet.de)

Die Belehrung sollten Sie also im selben Zug anpassen wie den Shop.

Die Richtlinie knüpft daran eine Folge, die man kennen sollte: Art. 10 der Richtlinie 2011/83/EU (EUR-Lex) verlängert die Widerrufsfrist um zwölf Monate, wenn die Informationen nach Art. 6 Abs. 1 Buchst. h fehlen, und zu diesen Informationen gehört seit der Änderung gegebenenfalls der Hinweis auf die Widerrufsfunktion. Im BGB beginnt die Frist nach § 356 Abs. 3 nicht vor ordnungsgemäßer Belehrung nach Art. 246a § 1 Abs. 2 Satz 1 Nr. 1 EGBGB, und § 356 Abs. 4 lässt das Widerrufsrecht spätestens zwölf Monate und 14 Tage nach Fristbeginn erlöschen. Ob Gerichte die Verlängerung auf einen fehlenden Hinweis zur Widerrufsfunktion anwenden, regelt der Text nicht ausdrücklich. Wer Belehrung und Funktion zusammen aktualisiert, muss diese Frage nicht klären lassen.

#Welche Sanktionen drohen bei fehlender Widerrufsfunktion

Art. 246e EGBGB (gesetze-im-internet.de) regelt verbotene Verletzungen von Verbraucherinteressen. § 1 Abs. 2 Nr. 14a nennt den Fall, dass eine elektronische Widerrufsfunktion nach § 356a BGB nicht oder nicht nach Maßgabe von § 356a Abs. 1 bis 3 BGB zur Verfügung gestellt wird oder keine Eingangsbestätigung nach Abs. 4 übermittelt wird. Verboten ist das, wenn es sich um einen weitverbreiteten Verstoß im Sinne von Art. 3 Nr. 3 oder 4 der Verordnung (EU) 2017/2394 handelt. § 2 macht den vorsätzlichen oder fahrlässigen Verstoß zur Ordnungswidrigkeit mit Bußgeld.

Der Bußgeldtatbestand zielt also auf weitverbreitete Verstöße, nicht auf jeden einzelnen Shop. Für den einzelnen Händler bleibt die Fristfolge aus dem vorigen Abschnitt das unmittelbarere Risiko: Ohne Hinweis auf die Funktion in der Belehrung steht die Frage im Raum, ob die Widerrufsfrist überhaupt begonnen hat.

#Für welche Shops gilt die Pflicht

§ 356a Abs. 1 BGB erfasst Fernabsatzverträge, die über eine Online-Benutzeroberfläche geschlossen werden. Eine Bestellung im Webshop oder in der App fällt darunter, eine telefonische Bestellung nach dem Wortlaut nicht, auch wenn derselbe Händler beides anbietet. Wann die Pflicht entfällt, bestimmt das Widerrufsrecht selbst:

  • B2B-Verkäufe sind nicht erfasst, weil es um Verbraucherverträge geht. Gemischte Shops brauchen die Funktion für Verbraucherbestellungen.
  • Ausnahmen vom Widerrufsrecht nach § 312g Abs. 2 BGB (auf Unionsebene Art. 16 der Richtlinie 2011/83/EU) gelten weiter: nach Kundenspezifikation angefertigte Waren, schnell verderbliche Waren, versiegelte Hygieneartikel nach Entsiegelung, digitale Inhalte nach Beginn der Ausführung mit Zustimmung und Bestätigung des Verbrauchers und weitere.
  • Mischsortimente brauchen die Funktion, können ausgenommene Positionen aber von der Auswahl ausschließen.
  • Abonnements und digitale Dienste sind während der Widerrufsfrist erfasst. Die Kündigung danach regelt § 312k BGB mit dem Kündigungsbutton.

#Verkauf ins Ausland: welches Recht gilt für Kunden in anderen EU-Ländern

Für Verträge mit Verbrauchern im Ausland entscheidet Art. 6 der Rom-I-Verordnung (EG) Nr. 593/2008 (EUR-Lex) über das anwendbare Recht. Richtet ein Händler seine Tätigkeit auf das Land aus, in dem der Verbraucher seinen gewöhnlichen Aufenthalt hat, gilt grundsätzlich dessen Recht; eine Rechtswahl in den AGB darf dem Verbraucher den Schutz der zwingenden Vorschriften dieses Rechts nicht entziehen.

Für einen deutschen Shop heißt das: Bei Kunden in anderen Ländern zählt deren Umsetzung von Art. 11a. Wir haben am 24. Oktober 2026 den Stand in Polen geprüft. Der konsolidierte Text des polnischen Verbraucherrechtegesetzes vom 4. September 2026 (Dz.U. 2026 poz. 1244) enthält keine Widerrufsfunktion, und die einzige spätere Änderung setzt eine andere Richtlinie um. Polen hat Art. 11a also noch nicht umgesetzt. Andere Länder haben wir nicht geprüft und nennen sie deshalb nicht.

Umgekehrt gilt § 356a BGB für ausländische Shops, die ihre Tätigkeit auf Deutschland ausrichten, etwa einen polnischen Händler mit deutscher Shopversion und Versand nach Deutschland, unabhängig davon, ob dessen Heimatland schon nachgezogen hat. Für Sie als deutschen Händler ist die einfachste Lösung eine Funktion für alle Märkte mit übersetzten Beschriftungen: einmal gebaut, ohne Umbau, wenn weitere Länder nachziehen.

#Widerrufsbutton in WooCommerce einrichten

In WooCommerce gibt es drei Wege: die eingebaute Funktion ab Version 11.1, ein Plugin oder eigenen Code. Alle drei müssen dieselben Fragen beantworten: Wo sieht der Kunde den Button, finden ihn auch Gastbesteller, was wird gespeichert, welche E-Mail geht raus.

Eingebaute Funktion. WooCommerce 11.1, veröffentlicht am 3. September 2026 (GitHub), hat Order withdrawal eingeführt. Laut WooCommerce-Dokumentation und dem Code der Version 11.2.1, den wir gelesen haben:

  • standardmäßig deaktiviert, einzuschalten unter WooCommerce > Settings > Advanced > Features (Pfad aus der englischen Oberfläche),
  • das Formular funktioniert ohne Login unter /my-account/withdraw-order/, der Endpunkt lässt sich unter Advanced > Page setup ändern,
  • abgefragt werden Vor- und Nachname, E-Mail-Adresse zweimal, Bestellnummer und ob die ganze Bestellung oder einzelne Positionen widerrufen werden (Positionen als Freitext),
  • ein Prüfschritt mit dem Button “Confirm withdrawal”, danach eine Eingangsbestätigung an den Kunden mit den Angaben sowie Datum und Uhrzeit,
  • eine zugeordnete Anfrage erzeugt eine Bestellnotiz und eine Inbox-Meldung; pro Bestellung ist eine Anfrage möglich, Wiederholungen pro E-Mail und IP sind auf eine alle 30 Sekunden begrenzt,
  • der Hinweis auf 14 Tage rechnet ab Erstellung der Bestellung, weil WooCommerce kein Lieferdatum kennt, und ist nur eine Information für den Händler.

Was die Funktion nicht tut: Sie setzt nirgends einen Link. Im Code von 11.2.1 gibt es keinen Menüpunkt im Kundenkonto, keinen Button neben der Bestellung, keinen Link in E-Mails oder im Footer. Ohne diesen Link existiert das Formular, aber der Kunde findet es nicht, und § 356a Abs. 1 BGB verlangt hervorgehobene Platzierung. Die deutsche Beschriftung “Vertrag widerrufen” und die Platzierung sind Ihre Aufgabe. Achten Sie auch auf die Übersetzung: Der Bestätigungsbutton heißt im englischen Original “Confirm withdrawal”, in der deutschen Shopversion sollte dort “Widerruf bestätigen” stehen.

Plugin. Eine Option ist Withdraw, ein WooCommerce-Plugin, das wir bei WPPoland entwickeln und im Verzeichnis auf WordPress.org in Version 1.7.0 veröffentlichen. Laut Readme setzt es einen Button Withdraw from contract here unter die Bestelldetails und in die Bestellliste im Kundenkonto, fügt den Link in die E-Mails zu Bestellungen in Bearbeitung und abgeschlossenen Bestellungen ein, erlaubt den Widerruf einzelner Mengen pro Position, rechnet die Frist ab Abschluss der Bestellung und führt ein Anfrageprotokoll mit Status, in dem eine Ablehnung eine Begründung braucht. Geld bewegt es nicht; die Erstattung bleibt in der normalen Bestellansicht. Das Titelbild dieses Beitrags zeigt seine Bestellübersicht im Kundenkonto.

Eigener Code lohnt sich bei individuellen Retourenprozessen, Erstattungen über ein ERP oder Headless-Frontends. Dann ist die Tabelle oben Ihr Lastenheft.

Egal welcher Weg, der Einstieg gehört an vier Stellen:

PlatzierungZielgruppeHinweis
Bestellliste und Bestelldetails im KundenkontoKunden mit Kontonach Fristablauf ausblenden
Bestellbestätigung und Versand- oder Abschluss-E-Mailalle, auch GästeLink mit Bestellbezug, ohne Login-Zwang
Footer des ShopsGäste ohne E-MailFormular mit Suche nach Bestellnummer und E-Mail
Widerrufsbelehrung und AGBalleHinweis auf Bestehen und Platzierung

#Widerrufsbutton in Shopify

Shopify beschreibt das Thema auf zwei Hilfeseiten. Die Seite zum EU-Widerrufsrecht fasst die Richtlinie zusammen: ein leicht auffindbarer Button oder Link, etwa im Kundenkonto oder auf der Bestellstatusseite, eine zweistufige Bestätigung und eine automatische Bestätigung auf dauerhaftem Datenträger. Die Seite zu den Rückgaberegeln nennt die Einstellungen:

  • Self-Service-Rückgaben und -Stornierungen aktivieren, mit Rückgabe- und Stornoanfragen,
  • das Stornofenster auf Until item is fulfilled setzen, damit Kunden vor dem Versand stornieren können,
  • das Rückgabefenster auf mindestens 14 Tage ab Lieferung des letzten Artikels setzen und über Wochenenden und Feiertage verlängern,
  • einen sichtbaren Link zu den Kundenkonten oder einen Menüpunkt zur Bestellseite einfügen, bei Bedarf pro Markt.

Shopify schreibt selbst, dass diese Werkzeuge allein keine Konformität herstellen. Gegen § 356a BGB geprüft: Den Menüpunkt dürfen Sie frei benennen, also nennen Sie ihn “Vertrag widerrufen”. Die Kundenkonten von Shopify verlangen eine Anmeldung per E-Mail-Code; prüfen Sie, ob das für Gastbesteller ein zusätzliches Verfahren ist, und erwägen Sie eine eigene Formularseite ohne Login.

#Headless-Shop oder Eigenentwicklung: was das Backend speichern muss

Mit Astro, Next.js oder einem eigenen Framework bauen Sie alles selbst. Um Abs. 4 und 5 nachweisen zu können, sollte jede Anfrage mindestens enthalten:

  • Bestellnummer und beim Teilwiderruf die Positionen mit Mengen,
  • Namen und die E-Mail-Adresse, an die die Bestätigung ging,
  • den exakten Erklärungstext, den der Kunde im Bestätigungsschritt gesehen hat, gespeichert beim Absenden und nicht später aus einer Vorlage rekonstruiert,
  • einen Serverzeitstempel in UTC, in der E-Mail in deutscher Zeit angezeigt,
  • Message-ID und Zustellstatus vom E-Mail-Dienst.

Der letzte Punkt verbindet Recht und Technik. Der dauerhafte Datenträger ist in der Praxis eine E-Mail, und ein Shop, dessen Mails im Spam landen, erfüllt Abs. 4 nicht, obwohl das Formular funktioniert. Wie Sie das in WordPress prüfen, steht in unserem SMTP-Leitfaden.

Ein öffentliches Formular ist zudem Angriffsfläche: Wer Bestellnummer und E-Mail kennt, kann im Namen eines anderen widerrufen oder sehen, was bestellt wurde. Begrenzung der Versuche, gleiche Antworten für existierende und nicht existierende Bestellungen und Positionsanzeige erst nach Prüfung sind ein vernünftiges Minimum. Withdraw bietet dafür einen optionalen Einmal-Link an die Bestelladresse, standardmäßig aus, weil der Widerruf sonst von funktionierender Mail abhängt.

#Widerrufsbutton testen: Checkliste vor dem Livegang

Testen Sie auf einer Staging-Umgebung mit einer fiktiven Bestellung und einem eigenen Postfach. Die WooCommerce-Dokumentation schlägt für die eingebaute Funktion ein ähnliches Vorgehen vor.

  1. Shop im privaten Fenster ohne Login öffnen und die Funktion von der Startseite in höchstens zwei Klicks erreichen.
  2. Als Gast bestellen und prüfen, ob die Bestellbestätigung den Link enthält.
  3. Formular ausfüllen und prüfen, ob Schritt zwei einen eigenen Button “Widerruf bestätigen” hat und vorher nichts übermittelt wurde.
  4. Bestätigen und prüfen, ob die E-Mail sofort kommt, den vollen Erklärungstext mit Datum und Uhrzeit enthält und nicht im Spam landet.
  5. Im Backend prüfen, ob die Anfrage der Bestellung zugeordnet ist und der Zahlungsstatus unverändert blieb.
  6. Eine Anfrage mit nicht existierender Bestellnummer senden und prüfen, ob sie trotzdem angenommen und zur manuellen Prüfung gemeldet wird.
  7. Das Abschlussdatum einer Testbestellung über die Frist hinaus setzen und prüfen, ob der Button im Kundenkonto verschwindet.
  8. Das Formular nur mit Tastatur und Screenreader bedienen. Pflichten zur Barrierefreiheit im Shop behandelt unser Beitrag zu WCAG 2.2, BFSG und EAA.

Prüfen Sie nach dem Livegang auch, ob auf der Formularseite Analyse-Skripte ohne Einwilligung laden. Typische Fehler von Consent-Bannern beschreibt unser Beitrag zu Tracking trotz Ablehnung.

#Womit Sie in Ihrem Shop anfangen

Zuerst prüfen Sie die Widerrufsbelehrung: Steht der Hinweis auf die Online-Funktion drin, und zeigt der Link auf eine Seite, die es gibt. Dann wählen Sie den technischen Weg und die vier Platzierungen aus der Tabelle, und zum Schluss läuft die Checkliste. Bei Verkäufen ins Ausland kommt die Liste der Zielmärkte dazu.

Wenn Sie den Shop auf diese und weitere EU-Pflichten prüfen lassen möchten (Barrierefreiheit, Einwilligungen, GPSR, Preisangaben nach Omnibus), beschreiben wir das im EU-Konformitätsaudit für WordPress. Die Umsetzung in WooCommerce, von der eingebauten Funktion bis zur Anbindung an Erstattungen im ERP, gehört zu unseren Leistungen als WooCommerce-Entwickler.

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Häufig gestellte Fragen

Praktische Antworten zur Umsetzung des Themas.

Muss der Button wörtlich "Vertrag widerrufen" heißen#
Nein, § 356a Abs. 1 BGB erlaubt auch eine andere gleichbedeutende eindeutige Formulierung. Bezeichnungen wie "Retoure" oder "Rücksendung" beschreiben aber die Folge des Widerrufs, nicht die Erklärung selbst, und erfüllen das kaum. Mit dem Gesetzeswortlaut gehen Sie kein Risiko ein.
Reicht ein Retourenportal, für das sich der Kunde einloggen muss#
§ 356a BGB verlangt eine leicht zugängliche Funktion, die während der gesamten Widerrufsfrist verfügbar ist. Erwägungsgrund 37 der Richtlinie 2023/2673 nennt zusätzliche Verfahren, um die Funktion zu erreichen, als etwas, das Verbrauchern erspart bleiben soll. Gastbesteller ohne Kundenkonto brauchen daher einen Weg ohne Registrierung.
Muss ich auch einen Teilwiderruf ermöglichen#
§ 356a Abs. 2 Nr. 2 BGB spricht von Angaben zur Identifizierung des Vertrags oder des Teils des Vertrags, den der Verbraucher widerrufen möchte. Wer mehrere Artikel in einer Bestellung verkauft, sollte die Auswahl einzelner Positionen anbieten.
Hat WooCommerce einen eingebauten Widerrufsbutton#
Ab Version 11.1 gibt es die Funktion Order withdrawal, standardmäßig deaktiviert. Sie liefert ein öffentliches Formular mit Bestätigungsschritt und Eingangsbestätigung per E-Mail, setzt aber keinen Link ins Kundenkonto, in E-Mails oder in den Footer.

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