Wie entfernt man Render-Blocking CSS und JS? (Async, Defer, Critical CSS)

Wie entfernt man Render-Blocking CSS und JS? (Async, Defer, Critical CSS)

Zuletzt überprüft: 13. Oktober 2026
16 Min. Lesezeit
Leitfaden
Core Web Vitals

Wenn der Browser Ihre Seite lädt, liest er den HTML-Code Zeile für Zeile. Trifft er auf <script src="große-datei.js"> oder <link rel="stylesheet">, stoppt er alles andere, lädt die Datei herunter und führt sie aus.

Erst dann rendert er den Rest der Seite. Das ist “Render-Blocking”.

Im Jahr 2026, wo Core Web Vitals zählen (besonders LCP - Largest Contentful Paint), müssen Sie das beheben.

#Wie rendert der Browser eine Seite

Um zu verstehen, warum bestimmte Dateien das Rendering aufhalten, hilft ein Blick auf die Reihenfolge, in der der Browser eine Seite aufbaut.

#Wie der Browser DOM und CSSOM aufbaut

  1. HTML herunterladen. Der Browser lädt das HTML-Dokument vom Server.
  2. HTML parsen. Der Parser geht das HTML Zeile für Zeile durch und baut daraus das DOM (Document Object Model), die Baumstruktur der Seite.
  3. CSS finden. Trifft der Parser auf <link rel="stylesheet">, muss diese Datei geladen und verarbeitet werden, damit das CSSOM (CSS Object Model) entsteht. Bis dahin malt der Browser nichts, weil er ohne Stile nicht weiß, wie die Elemente aussehen sollen. web.dev fasst es so zusammen: Der Browser muss CSS-Dateien herunterladen und parsen, bevor er die Seite zeigen kann, und das macht CSS zu einer render-blockierenden Ressource.
  4. JavaScript finden. Bei <script src="..."> ohne Attribute hält der Parser komplett an. Er lädt die Datei, parst sie und führt sie aus, erst dann geht es mit dem restlichen HTML weiter. Der Grund: JavaScript könnte das DOM verändern, das gerade entsteht.
  5. Render Tree. Erst wenn DOM und CSSOM fertig sind, kombiniert der Browser beide zum Render Tree und malt die Seite.

Jede CSS- oder JavaScript-Datei im <head> ohne besondere Attribute hält diesen Ablauf auf. Bei 5 CSS-Dateien und 8 Skripten im Head muss der Browser alle 13 laden und verarbeiten, bevor der Nutzer ein einziges Pixel sieht.

#Wie Render-Blocking die Core Web Vitals beeinflusst

Render-Blocking wirkt direkt auf zwei Kennzahlen:

FCP (First Contentful Paint): der Moment, in dem der Browser den ersten Inhalt malt (Text, Bild, SVG). Je mehr Ressourcen blockieren, desto später passiert das. Als gut gilt ein FCP unter 1,8 Sekunden.

LCP (Largest Contentful Paint): der Moment, in dem das größte sichtbare Element im Viewport gerendert ist. Hält eine schwere CSS-Datei das Hero-Bild oder den Haupttextblock auf, steigt der LCP. Als gut gilt ein LCP unter 2,5 Sekunden.

In WordPress kann jedes Plugin sein eigenes Stylesheet und sein eigenes Skript auf jeder Seite einreihen, auch dort, wo es gar nicht gebraucht wird. Die Liste in PageSpeed Insights wächst deshalb mit jedem installierten Plugin. Solange diese Dateien fehlen, sieht der Besucher eine weiße Fläche. Auf dem Handy dauert jede Anfrage wegen der Netzlatenz länger, und dieselbe Zahl an Dateien kostet mehr Zeit als am Desktop.

#Async und Defer für JavaScript in WordPress

Alte Schule sagte: “Skripte in den Footer (wp_footer)”. Neue Schule sagt: “Nutze Attribute”.

  • <script async>: Lädt im Hintergrund, führt sofort nach Download aus (riskant bei Abhängigkeiten, z.B. jQuery).
  • <script defer>: Lädt im Hintergrund, führt erst nach HTML-Laden aus (sicher, bewahrt Reihenfolge).

Wie fügt man defer in WordPress hinzu? Caching-Plugins (WP Rocket, Autoptimize, LiteSpeed Cache) haben eine “Defer JS” Option. Aktivieren Sie sie.

Prüfen Sie danach die Browserkonsole auf Seiten mit Slidern, Formularen und Galerien.

#Was ist Critical CSS

CSS ist schwieriger. Sie können es nicht “verzögern”, weil die Seite kurzzeitig wie “roher Text” aussieht (ungestylt - FOUC-Effekt).

Die Lösung ist Critical CSS.

  1. Nehmen Sie nur das CSS, das für “Above the Fold” Inhalt (sichtbar ohne Scrollen) nötig ist.
  2. Fügen Sie es inline in <style> im Header ein.
  3. Laden Sie den Rest des CSS (Footer, untere Abschnitte) asynchron im Hintergrund.

Die meisten modernen Optimierungs-Plugins generieren Critical CSS automatisch.

#Strategie-Zusammenfassung

  1. JS: Alles mit defer (außer absolut kritische Analytics/Cookie-Skripte). Nie async für Skripte, die jQuery brauchen.
  2. CSS: Critical CSS inline pro Seitentyp (Startseite, Beitrag, Produkt, Kategorie) + Rest asynchron.
  3. Fonts: Lokal gehostet, als WOFF2, mit font-display: swap und Preload für die Hauptschrift.
  4. Bilder: Das LCP-Bild mit fetchpriority="high", alle anderen Bilder mit nativem Lazy Loading.
  5. Drittanbieter: Analytics, Chat und Social-Widgets mit defer oder erst nach einer Nutzerinteraktion.
  6. Minifizierung: Alle CSS- und JS-Dateien minifiziert, gebündelt nur, wenn es nachweislich hilft.

So sieht der Nutzer Inhalte sofort, während schwere Galerie- oder Karten-Skripte im Hintergrund laden.

#Wie findet man render-blockierende Ressourcen

Lighthouse nennt Ihnen die blockierenden Dateien, sagt aber nichts darüber, wie viel davon überhaupt gebraucht wird. Öffnen Sie die DevTools, starten Sie “Show Coverage” über die Befehlspalette und laden Sie die Seite neu. Die Spalte “Unused Bytes” trennt zwei völlig verschiedene Probleme voneinander: zu viel CSS, oder CSS zum falschen Zeitpunkt. Ist der größte Teil einer Datei auf der Seite ungenutzt, ist Minifizieren die falsche Antwort. Die Lighthouse-Dokumentation empfiehlt den Coverage-Tab genau für diese Suche nach nicht kritischem CSS und JS.

Im Netzwerk-Tab suchen Sie danach nach kleinen Dateien, die spät mit dem Download beginnen. Das sind fast immer Ressourcen, die der Browser erst entdeckt hat, nachdem er eine andere Datei geparst hatte. Genau die gehören in ein preload, alles andere nicht.

Lighthouse markiert ein <script> im <head> ohne defer und ohne async als blockierend, ebenso ein <link rel="stylesheet"> ohne disabled, dessen media zum Gerät passt. media="all" zählt dabei als blockierend.

#Render-Blocking in PageSpeed Insights erkennen

PageSpeed Insights listet die betroffenen Dateien unter “Renderblockierende Ressourcen eliminieren”. Zu jeder Datei sehen Sie die URL, die Größe und die mögliche Einsparung in Millisekunden. Das ergibt eine nach Wirkung sortierte Arbeitsliste.

#Render-Blocking in WebPageTest erkennen

WebPageTest zeigt ein detailliertes Wasserfalldiagramm, in dem jede Anfrage in DNS, Verbindung, TLS und Download zerlegt ist. Suchen Sie die CSS- und JS-Dateien, die vor der senkrechten Linie für Start Render fertig werden: Auf genau diese Dateien hat der Browser gewartet, bevor er gemalt hat.

#Unterschied zwischen async und defer

AttributDownloadAusführungReihenfolge bleibtGeeignet für
keinesblockiert das Parsensofortjamöglichst nie im <head>
asyncparallelsobald die Datei da istneineigenständige Skripte ohne Abhängigkeiten
deferparallelnach dem Parsen des HTMLjaalles, was jQuery oder andere Skripte braucht
type="module"parallelnach dem ParsenjaES-Module, defer ist eingebaut

Praktische Regel: defer ist der Normalfall, async die Ausnahme. Denn async führt in der Reihenfolge aus, in der die Downloads zufällig fertig werden. Ein Galerie-Plugin, das jQuery(...) aufruft, bevor jQuery geladen ist, wirft einen TypeError in die Konsole und zeigt eine leere Galerie. Auf dem Entwicklungsrechner tritt das selten auf, weil dort alles im Cache liegt und ohnehin in der passenden Reihenfolge ankommt.

Zwei Details aus der MDN-Referenz ersparen Überraschungen. defer und async wirken nicht bei Inline-Skripten ohne src. Und Skripte mit type="module" sind von sich aus verzögert, ein zusätzliches defer ändert dort nichts. Verzögerte Skripte laufen vor dem Ereignis DOMContentLoaded, deshalb kann ein Inline-Schnipsel, das auf verzögertes jQuery angewiesen ist, auf dieses Ereignis warten.

#Defer in WordPress ohne Plugin

Seit WordPress 6.3 gibt es das Argument strategy in wp_enqueue_script(). Das ist heute der richtige Weg, weil WordPress die Abhängigkeitskette selbst prüft:

wp_enqueue_script(
    'theme-galerie',
    get_template_directory_uri() . '/js/galerie.js',
    array( 'jquery' ),
    '1.2.0',
    array(
        'in_footer' => true,
        'strategy'  => 'defer',
    )
);

Die angegebene Abhängigkeit ist der eigentliche Gewinn, weil WordPress die Kette vor der Ausgabe prüft. Die Entwicklernotiz zu WordPress 6.3 legt die Regeln fest: Damit ein Skript verzögert wird, dürfen seine Abhängigkeiten verzögert oder blockierend sein, aber alle Skripte, die von ihm abhängen, müssen verzögert sein. Hängt ein blockierendes Skript daran, werden das Skript und seine Abhängigkeiten wieder blockierend geladen. Ein async-Skript kann auf defer oder blockierend herabgestuft werden, nie umgekehrt. Und hängen Sie mit wp_add_inline_script() Code an Position after an, wird die Strategie entfernt. Ein verzögertes Galerie-Skript mit blockierendem jQuery ist also erlaubt, denn jQuery läuft dann ohnehin zuerst.

Für Skripte eines Plugins nennt dieselbe Notiz wp_script_add_data( $handle, 'strategy', 'defer' ), das Sie nach der Registrierung durch das Plugin aufrufen. WordPress vor 6.3 ignoriert den Schlüssel einfach. Seit WordPress 6.9 kennt das Array laut der Funktionsreferenz außerdem den Schlüssel fetchpriority.

Für ältere Installationen oder für Plugins, die Sie nicht anfassen können, bleibt der Filter:

add_filter( 'script_loader_tag', 'de_defer_ausgewaehlte_skripte', 10, 2 );

function de_defer_ausgewaehlte_skripte( string $tag, string $handle ): string {
    $verzoegert = array( 'slider', 'lightbox', 'karte' );

    return in_array( $handle, $verzoegert, true )
        ? str_replace( ' src', ' defer src', $tag )
        : $tag;
}

Wichtig ist die Richtung der Liste. Eine Positivliste nennt die Handles, die verzögert werden dürfen. Eine Negativliste (“alles außer diesen”) verzögert auch jedes Skript, das das nächste installierte Plugin hinzufügt, und der Fehler entsteht dann ohne eine einzige Codeänderung.

#Shop- und Plugin-Assets nur dort laden, wo sie gebraucht werden

Der schnellste Request ist der, der nicht stattfindet. WooCommerce lädt seine Cart-Fragments und Stylesheets auf jeder Seite, auch auf einer reinen Textseite ohne Shop-Bezug:

add_action( 'wp_enqueue_scripts', 'de_shop_assets_nur_im_shop', 99 );

function de_shop_assets_nur_im_shop(): void {
    if ( function_exists( 'is_woocommerce' ) && ! is_woocommerce() && ! is_cart() && ! is_checkout() ) {
        wp_dequeue_script( 'wc-cart-fragments' );
    }
}

Vor dem Deployment gehört dazu ein Test mit gefülltem Warenkorb. Wer wc-cart-fragments global entfernt, bekommt einen Warenkorb-Zähler im Header, der nach dem Hinzufügen eines Artikels stehenbleibt, und das fällt im Zweifel erst im Support auf.

Dasselbe gilt für Stylesheets. Die Styles von WooCommerce und Contact Form 7 brauchen Sie nur dort, wo Shop oder Formular tatsächlich vorkommen:

add_action( 'wp_enqueue_scripts', 'de_ungenutztes_css_entfernen', 100 );

function de_ungenutztes_css_entfernen(): void {
    if ( function_exists( 'is_woocommerce' ) && ! is_woocommerce() && ! is_cart() && ! is_checkout() ) {
        wp_dequeue_style( 'woocommerce-general' );
        wp_dequeue_style( 'woocommerce-layout' );
        wp_dequeue_style( 'woocommerce-smallscreen' );
    }

    if ( ! is_page( 'kontakt' ) ) {
        wp_dequeue_style( 'contact-form-7' );
    }
}

Werkzeuge wie PurgeCSS oder UnCSS gehen einen Schritt weiter und entfernen innerhalb einer Datei die Selektoren, die auf der Seite nicht vorkommen. Das verkleinert die Dateien, die der Browser laden und parsen muss, birgt aber das Risiko, das unten bei den häufigen Fehlern beschrieben ist.

#CSS asynchron laden ohne FOUC

Das Muster ist immer dasselbe: das kritische CSS inline im <head>, den Rest nicht blockierend nachladen.

<style>/* nur Regeln für den sichtbaren Bereich */</style>
<link rel="preload" href="/style.css" as="style"
      onload="this.onload=null;this.rel='stylesheet'">
<noscript><link rel="stylesheet" href="/style.css"></noscript>

Die noscript-Zeile ist keine Verzierung. Ohne sie bekommen Besucher mit deaktiviertem JavaScript überhaupt kein Stylesheet, und das betrifft auch Firmennetze mit strenger Inhaltsfilterung.

Das Muster mit preload und onload ist dasjenige, das web.dev für nicht kritisches CSS empfiehlt.

Drei Dinge entscheiden über das Ergebnis. Erstens die Größe: Der web.dev-Leitfaden zu Critical CSS empfiehlt, den Inhalt oberhalb der Falz unter 14 KB (komprimiert) zu halten, um die Roundtrips bis zum ersten Rendern gering zu halten. Darüber bezahlen Sie jeden einzelnen Seitenaufruf mit einer längeren HTML-Antwort. Zweitens der Viewport: Critical CSS, das bei 1300 Pixeln Breite erzeugt wurde, kennt die reinen Mobilregeln nicht, also für beide Breiten erzeugen und zusammenführen. Drittens der Test unter schlechter Verbindung: in den DevTools auf “Slow 3G” stellen und neu laden. Wenn für einen Moment unformatierter Text zu sehen ist, bevor das Layout einrastet, fehlt im kritischen Block etwas.

#Critical CSS erzeugen: Werkzeuge und Plugins

Derselbe web.dev-Leitfaden nennt zwei Werkzeuge. Critical extrahiert, minifiziert und inlinet das CSS oberhalb der Falz und läuft mit Gulp, Grunt oder webpack. Penthouse eignet sich für Seiten mit vielen oder dynamisch eingefügten Stilen, erkennt Stylesheets aber nicht selbst, Sie geben HTML- und CSS-Dateien an.

In WordPress übernehmen das meist Plugins:

WP Rocket: Unter “CSS-Auslieferung optimieren” erzeugt das Plugin Critical CSS pro Seite und bettet es inline ein.

Autoptimize mit CriticalCSS.com: Autoptimize lässt sich mit dem Dienst CriticalCSS.com verbinden. Dafür brauchen Sie einen API-Schlüssel, danach läuft die Erzeugung automatisch.

LiteSpeed Cache: Erzeugt Critical CSS über den Dienst QUIC.cloud, der Seitencache läuft auf LiteSpeed-Servern.

Perfmatters: Ein schlankes Plugin, dessen Script Manager Skripte und Styles pro Seite abschaltet, hilfreich bei Plugins, die ihre Dateien überall laden.

#Font-display swap und Preload für Webfonts

Eine Webfont ohne font-display erzeugt FOIT: der Browser versteckt den Text, bis die Schriftdatei da ist. Auf einer schwachen Mobilverbindung sind das mehrere Sekunden leere Fläche.

@font-face {
    font-family: 'Inter';
    src: url('/fonts/inter.woff2') format('woff2');
    font-display: swap;
}

Mit swap erscheint der Text sofort in der Systemschrift und wechselt, sobald die Datei geladen ist. Ergänzen Sie ein Preload, und zwar mit crossorigin, das bei Schriften auch dann verlangt wird, wenn die Datei von der eigenen Domain kommt:

<link rel="preload" href="/fonts/inter.woff2" as="font" type="font/woff2" crossorigin>

In Deutschland kommt zum Tempoargument ein rechtliches: die dynamische Einbindung von Google Fonts überträgt die IP-Adresse der Besucher an einen Drittanbieter. Das war 2022 Gegenstand eines viel zitierten Urteils des Landgerichts München I und hat eine Welle von Abmahnschreiben ausgelöst. Selbst hosten löst beide Fragen auf einmal, denn es spart zusätzlich DNS-Auflösung und TLS-Handshake zu einer fremden Domain.

So hosten Sie Google Fonts lokal:

  1. Laden Sie die Schriftdateien aus dem Google-Fonts-Repository oder mit dem Werkzeug google-webfonts-helper herunter.
  2. Laden Sie die WOFF2-Dateien auf Ihren Server, WOFF2 komprimiert am besten.
  3. Passen Sie die @font-face-Regeln in Ihrem CSS an, sodass sie auf die lokalen Dateien zeigen.
  4. Entfernen Sie alle Verweise auf fonts.googleapis.com und fonts.gstatic.com aus dem HTML.

In WordPress erledigt das Plugin OMGF (Optimize My Google Fonts) diese Schritte automatisch.

#CSS und JS minifizieren und mit HTTP/2 bündeln

#Was Minifizierung bringt

Minifizierung entfernt Leerzeichen, Kommentare und überflüssige Zeichen aus CSS- und JavaScript-Dateien, ohne die Funktion zu ändern. Wie viel das spart, hängt davon ab, wie viele Kommentare und Leerzeichen die Ausgangsdatei enthält. Ist gzip oder Brotli auf dem Server aktiv, ist der Unterschied bei der übertragenen Größe kleiner als bei der unkomprimierten Datei.

In WordPress übernehmen das meist Caching-Plugins: WP Rocket minifiziert CSS und JS per Häkchen, Autoptimize ist auf Minifizierung und Zusammenfassen spezialisiert, LiteSpeed Cache bringt eine eingebaute Minifizierung mit.

#CSS- und JS-Dateien unter HTTP/2 bündeln

Mehrere CSS-Dateien (und mehrere JS-Dateien) zu einer zusammenzufassen, verringert die Zahl der HTTP-Anfragen. Mit HTTP/2 und HTTP/3 ist das weniger wichtig als früher, weil diese Protokolle viele Downloads parallel über eine Verbindung abwickeln.

Bündeln kann sogar schaden, wenn es den Cache zu oft ungültig macht. Fassen Sie 15 CSS-Dateien zu einer zusammen und ändert ein Plugin eine einzige Zeile, muss die gesamte Datei neu geladen werden. Bei getrennten Dateien lädt der Browser nur die geänderte neu.

Die heutige Empfehlung: immer minifizieren, aber nur bündeln, wenn die Seite noch über HTTP/1.1 läuft oder der Wasserfall Dutzende kleiner Dateien zeigt, die auf ihren Platz warten.

#Preload, Prefetch und fetchpriority in WordPress

Neben async, defer und Critical CSS kennen moderne Browser Hinweise zur Priorisierung, mit denen Sie festlegen, welche Ressourcen kritisch sind und welche warten können.

#Wann preload sinnvoll ist

<link rel="preload" href="/critical-script.js" as="script">
<link rel="preload" href="/hero-bild.webp" as="image">

Preload weist den Browser an, eine Ressource so früh wie möglich zu laden, bevor er sie beim Parsen des HTML selbst entdeckt. Nutzen Sie es für kritische Ressourcen wie das LCP-Bild, die Hauptschrift oder ein unverzichtbares Skript.

#Wann prefetch sinnvoll ist

<link rel="prefetch" href="/naechste-seite/">
<link rel="prefetch" href="/styles-seite2.css">

Prefetch lädt eine Ressource mit niedriger Priorität in Leerlaufzeiten, weil der Nutzer sie wahrscheinlich bald braucht. Das passt für Ressourcen der vermutlich nächsten Seite.

#Wann fetchpriority sinnvoll ist

<img src="/hero.webp" fetchpriority="high">
<img src="/deko.webp" fetchpriority="low">

Mit fetchpriority passen Sie die Download-Priorität einzelner Ressourcen an: höher für das LCP-Bild, niedriger für dekorative Bilder oder Bilder außerhalb des Viewports. Laut web.dev funktioniert das Attribut an link, img und script mit den Werten high, low und auto. Preload und fetchpriority erledigen verschiedene Aufgaben: Preload sorgt dafür, dass der Browser die Ressource früh entdeckt, fetchpriority ändert die Priorität, hilft aber nicht beim Entdecken. Ein per Preload geladenes LCP-Bild kann trotzdem niedrige Priorität bekommen, und ein CSS-Hintergrundbild als LCP-Element braucht weiterhin ein Preload.

Auf deutschsprachigen Seiten ist der Consent-Manager oft das größte blockierende Skript überhaupt, und er muss vor allem anderen laufen, weil er entscheidet, was danach überhaupt geladen werden darf. Daraus folgt eine unangenehme Konsequenz: Tracking hinter dem Banner zu verzögern bringt für die gemessenen Werte fast nichts, wenn das Banner selbst synchron im <head> hängt. Prüfen Sie deshalb zuerst, ob Ihr Anbieter eine schlanke Inline-Variante für die reine Anzeige anbietet und die schwere Logik nachlädt.

Chat-Widgets laden Sie erst bei echter Interaktion:

addEventListener('scroll', function laden() {
    const s = document.createElement('script');
    s.src = 'https://widget.example.com/chat.js';
    s.defer = true;
    document.body.appendChild(s);
}, { once: true });

Für Videos und Karten nehmen Sie eine Fassade: ein Standbild, das aussieht wie der Player, und den echten iframe erst beim Klick. Das Paket lite-youtube-embed macht genau das und reduziert eine YouTube-Einbindung von mehreren hundert Kilobyte auf wenige.

#Warum zeigt die Search Console andere Werte als Lighthouse

Lighthouse liefert Labordaten und damit schnelles Feedback pro Änderung. Was in der Search Console erscheint, sind dagegen Felddaten aus dem Chrome User Experience Report. Beide widersprechen sich nicht, sie messen Verschiedenes: eine Messung auf einem Gerät gegen ein rollierendes Fenster von 28 Tagen über echte Geräte und echte Verbindungen.

Daraus folgt praktisch: Wenn die Search Console am Tag nach dem Deployment unverändert aussieht, ist das kein Befund. Das Fenster muss erst durchlaufen. Notieren Sie das Datum der Veröffentlichung, sonst lässt sich später nicht mehr sagen, welcher Teil der Kurve zu welcher Änderung gehört.

#Häufige Fehler bei Defer und Critical CSS

  • async auf etwas, das jQuery braucht. Leere Galerien und Formulare, die nicht senden, und das nur bei langsamer Verbindung.
  • Zu viel Inline-CSS. Über 14 KB (komprimiert) zahlt jeder Seitenaufruf mit.
  • Purge ohne Sichtprüfung. Automatische Werkzeuge entfernen gern Stile, die erst bei Interaktion greifen (Hover, aktive Zustände, Modals) oder für nachgeladene Inhalte gelten. Prüfen Sie das Ergebnis danach optisch, vor allem auf dem Handy.
  • Nur am Desktop testen. Eine Seite kann am Glasfaseranschluss schnell laden und im Mobilnetz scheitern. Testen Sie in der Mobilansicht von PageSpeed Insights und auf echten Geräten.
  • Jagd auf 100 Punkte. PageSpeed Insights ist ein Diagnosewerkzeug, kein Ziel. Optimieren Sie für das Erlebnis echter Besucher, nicht für eine Zahl.
  • Mobilen Viewport beim Critical CSS vergessen. Auf dem Handy wird gemessen, was am Ende zählt.
  • Negativliste statt Positivliste beim Verzögern von Skripten. Das nächste Plugin wird dann Ihr Problem.
  • Nach Plugin-Updates nicht erneut prüfen. Plugins ändern, was sie einreihen, und ein Setup, das im letzten Jahr funktioniert hat, kann heute still gebrochen sein.

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Häufig gestellte Fragen

Praktische Antworten zur Umsetzung des Themas.

Was ist der Unterschied zwischen async und defer?#
async lädt das Skript parallel und führt es aus, sobald es bereit ist, was Abhängigkeiten zerstören kann. defer lädt ebenfalls parallel, führt das Skript aber erst aus, nachdem das HTML vollständig verarbeitet wurde.
Was ist Critical CSS?#
Das ist der minimale Satz an Stilen, der nötig ist, um den Inhalt oberhalb der Falz darzustellen. Das übrige CSS kann später und asynchron geladen werden.
Kann ich Lazy Loading auf alles anwenden?#
Nein. Bilder und kritische Ressourcen im oberen Seitenbereich dürfen nicht verzögert werden. Ziel ist eine schnellere erste Darstellung, nicht ein verzögerter Hauptinhalt.

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