Die Google Search Console hat einen neuen Bereich Generative AI. Er zeigt, wie oft Ihre Seiten in AI Overviews und im AI Mode erscheinen, getrennt von den klassischen Ergebnissen. Google hat die Funktion am 3. Juni 2026 angekündigt, zuerst im Vereinigten Königreich und in den folgenden Wochen in weiteren Ländern. Bevor Sie daraus Schlüsse ziehen, sollten Sie wissen, was dieser Bericht tatsächlich misst und was nicht.
Wo Sie ihn finden und was er zeigt
Der Bereich liegt im Bericht Leistung, in der Ansicht Suchergebnisse, als eigener Eintrag Generative AI. Die Daten lassen sich nach Seiten, Ländern, Geräten und Datum aufschlüsseln, bis hinunter zur stündlichen Granularität. Die Historie reicht höchstens bis zum 18. Mai 2026 zurück, weil Google sie vorher nicht in dieser Form erfasst hat.
Der Rollout läuft schrittweise. Wenn Sie den Bereich in Ihrem Konto noch nicht sehen, ist das normal. Ausgewählte Domains haben ihn zuerst erhalten, der Rest folgt in Wellen.
Was der Bericht weglässt
Das ist der Teil, der am meisten zählt. Der Bericht zeigt ausschließlich Impressionen. Es gibt keine:
- Klicks,
- CTR,
- durchschnittliche Position,
- Suchanfragen.
Sie erfahren also, welche Seiten in AI-Antworten zitiert werden, aber nicht, ob jemand darauf geklickt hat. Um den Return on Investment zu beurteilen, reicht das nicht. Die britische Regulierungsbehörde CMA hat Google verpflichtet, innerhalb von neun Monaten Klicks und CTR bereitzustellen, ein vollständigeres Bild sollte also folgen. Vorerst haben Sie die halbe Antwort.
Der entscheidende Vorbehalt: das sind keine neuen Daten
Es ist verlockend anzunehmen, Google habe eine neue Traffic-Quelle offengelegt. Hat es nicht. Diese Impressionen wurden bereits gezählt, im Standardbericht Leistung. Der Bereich Generative AI ist eine gefilterte Ansicht desselben Datensatzes, nur besser sortiert.
Das hat eine praktische Konsequenz. Wenn Sie in diesem Bereich Tausende Impressionen sehen, addieren Sie sie nicht zu Ihrem bisherigen Traffic. Sie waren schon da.
Wie eine Impression gezählt wird
Zwei Dinge sollten Sie sich merken:
- Ein Link muss ins Sichtfeld gescrollt oder aufgeklappt werden, nicht nur im Hintergrund einer Antwort vorhanden sein. Nur unter den Quellen zu stehen, die der Nutzer nie aufgeklappt hat, zählt nicht.
- Aggregation pro Property. Wenn zwei URLs Ihrer Website in einer AI-Antwort landen, zählt das als eine einzige Impression.
Ohne diesen Kontext ist es leicht, Ihre Präsenz in der AI zu über- oder zu unterschätzen.
Was Sie in der Praxis damit tun
Da Sie nur Impressionen haben, holen Sie heraus, was geht:
- Berechnen Sie den AI-Anteil an Ihren Impressionen. Vergleichen Sie den Bereich Generative AI mit der Gesamtzahl aus dem Bericht Leistung. In den Beispielkonten, die die Autoren der Quellen analysiert haben, machte AI-Traffic rund 17 Prozent aller Impressionen aus. Ihre Zahl sagt Ihnen, wie stark Ihre Sichtbarkeit bereits von generativen Funktionen abhängt.
- Sehen Sie nach, welche Seiten zitiert werden. Die Dimension Seiten zeigt, was die AI aus Ihrer Website auswählt. Das ist ein echter Hinweis darauf, welche Inhalte Sie ausbauen und welche Sie umschreiben sollten, damit sie öfter zitiert werden.
- Optimieren Sie nicht auf Klicks, die Sie noch nicht sehen. Bis Google die CTR ergänzt, behandeln Sie Impressionen als Signal für Präsenz, nicht für Conversion.
Der Bericht selbst ist ein Messwerkzeug, keine Strategie. Wenn die AI Ihre Seiten öfter zitieren soll, ist das Arbeit an Inhalten und strukturierten Daten, die wir im GEO-Leitfaden beschreiben. Wenn Sie das bei sich umsetzen und messen wollen, kümmert sich darum unsere GEO/LLMO-Optimierung.





